Neues vom Zinker…

Beaufort; NC, 24. April ’10

Es ist Samstag morgen 0900 und ich lasse heute mal ein wenig ruhiger angehen. Ich trinke gerade meinen Kaffee und wollte statt Zeitunglesen eigentlich schön ins Netz. Leider hat unser w-lan Anbieter sich für heute mal eine neue Fehlermeldung ausgedacht und ich kriege überhaupt keine Verbindung. So ist es eben. Aber ich kann ja auch offline schreiben.
Da fällt mir ein ich zeige euch mal einen Link vom neuen Lieblingsrapper des Skippers. Pigor, heißt der gute Mann und ist echt ganz lustig.

http://www.youtube.com/watch?v=xTorchdVl5c

Aber zurück zum Tagesgeschäft: Jens ist zu West-Marine gefahren um noch einige Farben und Rollen für unseren großen Staatsstreich nächste Woche zu besorgen. Wenn er wieder kommt geht’s hier mit schleifen weiter.

Ihr fragt euch sicherlich schon, was war denn gestern los im Land der unbegrenzten Möglichkeiten?
Morgens fuhr ich nach Beaufort um einigen Kleinkram zu besorgen und neue Folien für den Schiffsnamen in Auftrag zu geben. Ich habe mich tapfer durch ca. 4000 Schriftarten gescrollt und es hat mich sehr in den Fingern gejuckt das Schiff umzubenennen. „Else Kling“ in Frakturschrift war mein Favorit. Aber da es ja Unglück bringen soll ein Schiff umzutaufen habe ich mich dann angesichts des bevorstehenden Törns doch nicht getraut. Wenn der Drucker alles richtig macht, haben wir am Montag wieder einen sehr konservativen Daddeldu Schriftzug in weiss. Auf dem Rückweg habe ich noch meine Ideen zur Verbesserung des Speiseplans in Form von Ben&Jerry Eiscreme und fangfrischen Shrimps umgesetzt. An der Landstraße steht hin und wieder ein Fischer der seine Meeresfrüchte von der Pick Up Ladefläche verkauft. Die sollte es dann zum Abendbrot geben.

Zurück am Schiff wieder rein in die Arbeitsklamotten und weiter mit Schleifen und Zinken. Zwischendurch noch Mittag. Zur Abwechslung mal wieder Hot-Dogs, und weiter geht’s. Jens mit dem Exenterschleifer am Rumpf und ich an Deck mit Stahlwolle. Gegen 1700 war ich dann einmal rum und habe Feierabend gemacht. Jens hat noch ne Stunde länger gemacht und als er aus der Dusche kam mussten wir schnell los in die Handle-Bar unsere Kontakte pflegen. Das zahlt sich echt aus wenn man ab und an ein Bier ausgibt. Über Charles, aus der Handle-Bar, haben wir Mike kennengelernt, dem ja ein drittel der Werft gehört auf deren Gelände wir grad stehen. Mike wiederum hat uns den Schiffnamen und die Kontaktdaten von David gegeben. David ist Longline Fischer auf den Bermudas, wo wir ja bald hin wollen. Mike sagt ihm Bescheid das wir bald kommen und wenn wir in der Nähe sind werden wir David mal anfunken. Der kann uns dann Wetterinfos etc. geben und vielleicht auch an Land mit dem einen oder anderen Tip behilflich sein.
Leider waren wir mal wieder zu spät in der Bar, so das die ganzen Feierabendtrinker schon weg waren. Da wir beide ziemlich KO waren sind wir wieder abgehauen bevor der Freitag Nacht Trubel richtig los ging.

Auf dem Rückweg noch ein kurzer halt an der Tanke, wo sich Freitag abends die schwarze Jugend von Beaufort zum saufen trifft. Die Angestellten machen ihre Zigarettenpause übrigens, „for safety reasons“ wie ich vermute, direkt vor der Tür zwischen den Zapfsäulen. Diesmal wurde ich übrigens nur nach meinem Alter gefragt und musste nicht mal den Perso zücken. Wahrscheinlich sehe ich inzwischen so fertig aus, dass man mir auch so glaubt, dass ich über 21 bin.
Wieder auf der Daddeldu habe ich mich an die Zubereitung der Shrimps gemacht. Mit Olivenöl und Kobi angebraten und dazu Spagetti. Sehr lecker und alles zusammen sogar noch billiger als einmal Burger mit Pommes. Es ist übrigens nicht so, dass wir ernsthaft auf Junkfood und Rühreier stehen, aber wir haben weder Zeit noch Lust bei unserem Arbeitspensum auch noch stundenlang zu kochen. Das wird anders wenn unsere Badegäste, Chris und Ralf, erst mal hier sind und die Arbeiten abgeschlossen sind. Dann wird es wohl jeden Tag 2-3 warme Mahlzeiten aus selbst gefangenen Meeresfrüchten geben. 😉
Danach noch der übliche Abwasch und dann in die Koje.
Glaubt mir in Hamburg auch kein Mensch: Am Freitag Abend vor zehn ins Bett. Da bin ich sonst noch nicht mal in der U-Bahn um los zu fahren. Naja, kommt alles wieder…

So ich muss jetzt mal an die Arbeit.

You guys takin‘ care out there, ‚ight…?!

Henning

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