0414 Mittwoch

Beaufort, NC, 14. April ’10

0414

Nicht viel passiert heute.
Das Wetter hat sich verschlechtert. Es ist kalt geworden, wir haben jetzt nur noch 16 Grad unter Deck. Geradezu arktisch. Der Himmel ist bedeckt und es ist windig. So wie ein Sommer an der Nordsee.

Aber die Arbeit geht weiter. Der Skipper werkelte draußen an den Maschinen ‚rum und hat ein Erfolgserlebnis nach dem anderen. Inzwischen ist von der alten nicht mehr viel übrig da er alles abschraubt, überholt und an der Neuen montiert. Ich hatte wieder viel Spaß in der Bilge. Jetzt achtern. Da ist zwar verhältnismäßig viel Platz, aber eng und scheiße find‘ ich’s da trotzdem. Eigentlich dachte ich ich wisch‘ da kurz aus und geh‘ dann nochmal mit dem Grease-Destroyer drüber. Leider musste ich feststellen, dass an den meisten Spanten einiges an Rost entstanden ist. Also die Drahtbürste raus geholt und schrubben bis der Arzt kommt. Meine Laune war eh nicht so richtig super und das mir bei der Arbeit die ganze Zeit die Glaswollisolierung vom Heizungsauspuff im Nacken hing hat’s nicht besser gemacht.

Ich weiß, ich weiß, immer nur ‚rum heulen und jammern wird auf Dauer langweilig. Aber ich hab echt keinen Bock mehr in engen Räumen herum zu kriechen und irgendwelche Scheiße weg zu machen. Sei es nun Öl oder Rost.
Ich will endlich segeln und nackt baden, auf Haien reiten und Delphine fangen. Oder zumindest meine neuen weißen Shorts tragen, Rum trinken und vor schönen Stränden ankern, die farblich zu meinen Klamotten passen. Das dauert wohl noch…

Nach dem Mittagsimbiss hat sich Jens dann die neue Maschine von unserem Schrauberkumpel mit den langen Haaren, dessen Namen wir uns einfach nicht merken können, mit dem Stapler anheben lassen. Da baumelte das gute, Blitz saubere Stück dann ein paar Stunden und Jens hatte Gelegenheit für einen Ölwechsel und ein Paar Arbeiten von unten. Ich bin wieder in meinen Keller zurück und hab mich selbst bemitleidet. Um halb sechs hatte ich dann die Schnauze voll und hab mir unter der Dusche die Glaswolle abgewaschen. Vaddern hat noch ’ne Stunde weiter gearbeitet. Nach der Dusche ging’s mir dann besser und die Laune stieg wieder. Einen kurzen Brief geschrieben, den Abwasch gemacht und ein wenig Facebookgedaddel. Jetzt gibt’s Abendbrot und ich bin guter Dinge morgen nur noch wenige Stunden in der Bilge verbringen zu müssen. Vielleicht schaffen wir es sogar morgen die neue Maschine morgen an Bord zu holen. Das wäre doch mal ’ne Abwechslung.

Gute Nacht Deutschland.

Henning

2 Responses to “0414 Mittwoch”

  1. Anke sagt:

    Das klingt doch jetzt mal ganz positiv, wenn dann erst einmal die neue Maschine an Bord ist, dann geht es doch bald los….

    Aber ansonsten haben natürlich sowohl Mone als auch Steffi recht, passt bloß auf euch auf….mann o mann o mann

  2. Ruth sagt:

    Armer Henning,

    ich finde das Bild mit der weißen Badeshorts auf dem Hai reitend auch amüsanter als Henning eingequetscht mit Glaswolle im Nacken… obwohl.. 😉

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