Ankuft in Europa

Bar da Marina, Horta, Azoren, Portugal, 26.06.’10

Hier ist er wieder, der Auslandskorrespondent ihres Vertrauens. Back in the EU! 🙂

Es war wieder ’ne lange Überfahrt aber wir haben sie gut ĂŒberstanden und sind ohne Probleme nach Horta gekommen. Wir hatten diesmal gĂŒnstigere Winde als auf dem letzten Schlag und sind auch beinahe auf der direkten Kurslinie geblieben. So haben wir die ca. 1800 Seemeilen in guten siebzehn Tagen geschafft. Der letzte Wetterbericht in St. George hat den Skipper dazu bewogen unseren ursprĂŒnglichen Plan mit der stĂŒrmischen Nordroute, die eigentlich der klassische Weg gewesen wĂ€re, fallen zu lassen und lieber direkten Kurs zu fahren. Hat sich ausgezahlt. Wir hatten genug Wind, sind gut voran gekommen und die Polen, die wir noch aus St. George kennen, haben uns erzĂ€hlt sie hĂ€tten auf der Nordroute permanent auf die MĂŒtze gekriegt.

A long way home...

Ich melde mich jetzt erst bei euch weil ich erst mal ankommen musste und abwarten wollte bis der feste Boden unter meinen FĂŒssen aufhört zu schwanken. Jetzt geht’s wieder und der Kater vom Ankunftstag ist weg. Nachdem wir am Do den 24.06. gegen 15:45 an der Rezeption der Marina zum Einklarieren fest waren gab es natĂŒrlich erst mal einen kleinen Rum. Dann wurde getankt und an einen der letzten StegliegeplĂ€tze verholt. Nach einem weiteren Rumcocktail ging es dann auf Landgang. Horta ist ein kleines charmantes StĂ€dtchen mit einer netten Marina und tollem Blick auf den Pico, den Vulkan auf der Nachbarinsel. Man merkt sofort, dass man wieder in Europa ist. Die Stadt ist hĂŒbsch aber alt und teilweise ein wenig rustikal. Nicht so Disney mĂ€ĂŸig wie Amerika oder die Bermudas.

Warten auf den Zoll.

Unser erster Weg fĂŒhrte uns natĂŒrlich zu Peters „Cafe Sport“, der berĂŒhmtesten Kneipe im Atlantik. Hier kehren seit hundert Jahren die Fahrtensegler ein. Leider war der Laden wegen eines Feiertages geschlossen. Genau so wie auch alle anderen LokalitĂ€ten in HafennĂ€he. Aber wir hatten echt Hunger und vor allen Dingen ordentlichen Brand. Also nicht aufgeben sondern weiter suchen. Am Badestrand fanden wir dann ein kleines Strand Cafe das uns symphatisch war. Hier gab es ’ne schöne Terrasse mit Meerblick, den hausgemachten Azoren FrischkĂ€se, Quische (keine Ahnung wie man das schreibt), wirklich leckeren portugiesischen Kuchen und vor allem endlich wieder richtiges Bier aus echten GlĂ€sern! Das beste Bier seit Hamburg. Na ja was soll ich sagen? Wir haben uns nicht lumpen lassen und nach zweieinhalb Wochen Abstinenz hat das Bier auch recht schnell Wirkung gezeigt. Wir haben die Reise Revue passieren lassen und uns danach das erste WM-Spiel angesehen. Kamerun vs Holland. Is‘ klar fĂŒr wen wir waren, ne? Jedenfalls nicht fĂŒr Holland!

Bier und KĂ€se.

Nett haben wir es hier.

Nach dem Spiel sind wir gut angeditscht wieder an Bord. Auf dem weg zum Steg hat der Skipper ein wenig die Orientierung verloren kam aber wenig spĂ€ter doch noch an Bord und hatte auch noch unseren „Neuen“ dabei. Werner! Eigentlich wollten wir ja in die Koje aber das musste natĂŒrlich begossen werden. Es gab noch Rum und ich habe keine Ahnung mehr wann und wie wir ins Bett gekommen sind. MĂŒsst ihr Werner bei Gelegenheit mal nach fragen der weiß wahrscheinlich als einziger noch wie der Abend geendet ist.

Am nĂ€chsten Tag alle ’ne dicke Birne und FrĂŒhstĂŒck bei Peter viel auch aus. Stromausfall. Egal Kaffee kochen können wir auch an Bord. Werner und seine Freundin Irene kamen zu Besuch. Ich glaube wir waren schon mal fitter am FrĂŒhstĂŒckstisch, aber da muss man dann durch. Gegen Mittag gab es wieder Strom und wir mussten leider ins Cafe da Marina zum Fussi gucken. Portugal vs Brasilien war Pflicht. Der Laden war gerammelt voll und ĂŒberraschend viele Brasilianer hatten sich eingefunden. Mir brummte noch etwas der Kopf aber gegen Abend ging es wieder. Wir waren mit Irene und Werner im Cafe Sport zum essen verabredet. Sehr lecker und diesmal ist es nicht ganz so ausgeartet.

Hooligans!

Jedes Schiff hinterlÀsst ein Bild an der Kaimauer.

Heute morgen wurden dann die Fotos gesichtet und verkleinert und das große Putzen gestartet. Ich bin jetzt frei gestellt und schreibe hier in der Bar wĂ€hrend nebenan die WĂ€sche lĂ€uft. Wir sprechen zwar kein Portugiesisch und das Englisch der Leute hier ist schlecht aber wir geben uns MĂŒhe und kommen mit ein paar Brocken aus dem ReisefĂŒhrer ganz gut klar. Es tut gut wieder in Europa zu sein.

Henning

Eine Antwort zu “Ankuft in Europa”

  1. Anke sagt:

    mir schlottern die knie beim anblick der gut getroffenen hooligans, man findet sie ĂŒberall wirklich ĂŒberall

    hier mal zum mitsingen die neue hooligan hymne

    http://www.youtube.com/watch?v=K-_rf2jVxxY

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